Stellenwert von Frauen in der Kirche verbessern

KDFB zum 30-jährigen Bischofswort

Datum:
Di. 20. Sep. 2011
Von:
Monika Herkens
Köln, 19.9.2011 – Vor 30 Jahren, am 21. September 1981, erschien das Wort der deutschen Bischöfe „Zu Fragen der Stellung der Frau in Kirche und Gesellschaft“.

Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) blickt anlässlich dieses Jahrestages auf die Situation von Frauen in der Kirche und fordert eine Fortschreibung des Wortes im Sinne ernsthaft angestrebter, realistischer und zeitnaher Veränderungen.

KDFB-Präsidentin Ingrid Fischbach stellt dazu fest: „Es ist sehr bedauerlich und tut weh, dass das 1981 von den Bischöfen gesetzte Zeichen für eine gemeinsame, partnerschaftliche Verantwortung und Mitwirkung von Frauen und Männern in der Kirche so wenig Frucht gebracht hat.“ Den Mut machenden und fortschrittlichen Worten seien kaum Taten gefolgt, so dass unzählige Frauen die Kirche enttäuscht und verletzt verlassen hätten.

Nach Auffassung des Frauenbundes ist die gleichberechtigte Teilhabe und Mitwirkung beider Geschlechter ein wesentlicher Aspekt für eine zukunftsfähige Kirche. Dies ist auch eine der zentralen Forderungen der Auftaktveranstaltung zum Dialogprozess in der katholischen Kirche, die Anfang Juli in Mannheim stattgefunden hat.

„Es ist nicht nachvollziehbar, dass Frauen mit ihren vielfältigen Begabungen, Kompetenzen und Qualifikationen in der katholischen Kirche immer noch so wenig anerkannt und zudem in Führungspositionen deutlich unterrepräsentiert sind“, erklärt Ingrid Fischbach, Präsidentin des 220.000 Mitglieder starken Frauenbundes. Zwar arbeiten viele Frauen in Gemeinden, Gruppierungen und Verbänden mit, übernehmen pastorale und katechetische Dienste und engagieren sich für eine lebendige, soziale und gerechte Kirche.

Sie fühlen sich jedoch innerhalb männlich geprägter kirchlicher Strukturen nicht ernst genommen, zumal sie oft mit einem traditionell geprägten Frauenbild konfrontiert werden, das der gesellschaftlichen Wirklichkeit widerspricht. „Wir appellieren an die Verantwortlichen, sich an die Kernaussagen des Bischofswortes zu erinnern und dabei auf die Veränderungen in Kirche und Gesellschaft zu reagieren“, so Ingrid Fischbach.

Auch die Vorsitzende der Theologischen Kommission des KDFB, Prof. Dr. Margit Eckholt, weist darauf hin, dass die Präsenz christlichen Glaubens in Gesellschaft und Kultur mit der Anerkennung von Frauen in der Kirche verbunden ist. Dies mache der Generationswechsel der letzten 30 Jahre deutlich. Ihrer Meinung nach deckt die aktuelle „Frauenfrage“ auf, dass das „Innen“ der Kirche nicht mehr in einem Passungsverhältnis zum „Außen“ steht.

„Christlicher Glaube wird nur dann wirklich lebendig bleiben, wenn auch junge Frauen ihn mit ihrem ganzen Leben bezeugen. Das werden sie dann tun und sich in den Dienst der Kirche stellen, wenn die Vielfalt ihrer Charismen anerkannt und gewürdigt wird“, beschreibt Margit Eckholt die aktuelle Situation.

Der Katholische Deutsche Frauenbund wird weiterhin seine Positionen für ein partnerschaftliches Miteinander von Frauen und Männern, Priestern und Laien, in innerkirchliche Diskussionen einbringen und eine gleichberechtigte Beteiligung am gemeinsamen Priestertum aller Getauften fordern. Die heute stattfindende zweite Frauenkonferenz des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) bietet dafür einen passenden Anlass.