Ja sagen zum Alter- Versöhnung mit dem Alter

Diözesantag des Katholischen Deutschen Frauenbundes

Di, 24. Apr 2012
Monika Herkens
Der diesjährige Diözesantag des Katholischen Deutschen Frauenbundes Aachen fand am 23. März 2012 im Pfarrzentrum St, Peer und Paul in Krefeld-Uerdingen statt.

Ja zum  Alter – Impulse aus dem Glauben- das war das Thema dieses Nachmittags. Als Referent konnte Prof. Dr. Franz-Josef Nocke gewonnen werden. Prof Nocke  lehrte von 1981 bis 1998 an den Universitäten in Duisburg und Essen   systematsche Theologie .

Die Zweigvereinsvorsitzende des Zweigvereins Krefeld-Uerdingen Maria Claßen  sorgte  durch die der Jahreszeit angepasste, geschmackvolle  Dekoration  des Raumes  für einen ansprechenden äußeren Rahmen.

Der Eingangsimpuls von Prof. Nocke war die Frage, warum es ein Kompliment sein soll, wenn jemand sagt, „Sie sehen jünger aus“. Hat der Kampf gegen das Alter einen Sinn – oder sollen wir nicht viel mehr nach dem besonderen Sinn der dritten und vierten Lebensphase fragen?  Bietet der biblische Glaube hierzu eine Hilfe? Hierzu  gibt es keine Lehren und Normen . Prof Nocke nannte uns Impulse und Orientierungen.

Anhand von unterschiedlichen literarischen Einwürfen, z.B. von Erich Kästner und Christa Wolff arbeitete Prof. Nocke heraus, welche besonderen Chancen in diesem Alter liegen. Besonders wichtig ist für ihn, sich mit dem Alter „zu versöhnen“, statt das Alter zu verdrängen. Dies sei eine wichtige Hilfe auf dem Weg  den Sinn des Alters zu finden. Helfen können hier auch die Texte des 12. Kapitels im Buch Kohelet.

Das „dritte Lebensalter“ ist  für Prof. Nocke die Phase“ in der ein Überschuss an Ressourcen  und Kompetenzen zur Verfügung stehen, verbunden mit den Möglichkeiten sich sozial, politisch, kulturell oder religiös-kirchlich zu engagieren.“ Das „vierte Lebensalter“ ist gekennzeichnet von der  „Sorge um ein einigermaßen zufriedenstellendes Dasein angesichts physischer und psychischer Beeinträchtigungen bis hin zur Pflegebedürftigkeit und Abhängigkeit von Institutionen.“

Der 1. Impuls „dankbar ernten, was gewachsen ist“ sagt, wie wichtig es ist, sich zu zurückzublicken, Geschichten zu erzählen. Allerdings sollten die Erinnerungen zu Dank werden. Erinnerungen haben auch in der Bibel ihren Wert. Wichtig sei die Feststellung, alles wurde mir geschenkt.

Sich mit der eigenen Lebensgeschichte auseinanderzusetzen und sich mit ihr zu versöhnen, war eine weitere wichtige Orientierung. Die Folge sollte sein , im Alter zufriedener und toleranter leben zu können.

Selbstachtung ist auch ein wichtiger Impuls. Sie zeigt sich durch Bejahung und Annahme des Lebens. Hier zählen nicht Siege und Positionen. Wichtig ist sich von dem Gedanken zu befreien, als älterer Mensch sei man nichts mehr  wert.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das „Abgeben“ . Nicht  Abgeben  zwanghaft und aus einer Angst heraus, etwas zu verlieren. Sondern Abgeben gibt hier Würde. Wer loslässt, gewinnt etwas.

Daneben erwähnt Prof. Nocke, ältere Menschen sollten Unsicherheiten zulassen und sich , wenn erforderlich, helfen lassen. Den  Ausspruch“ lieber sterben als abhängig zu sein“ dürfe es nicht geben.

Zu alle dem gehöre aber auch unabdingbar „die Erfahrung der Endlichkeit“. Unser Glaube und die sich hieraus ergebende Hoffnung  sind eine unverzichtbare Basis auf dem Weg zur Versöhnung mit dem Alter.  

Einen würdigen Abschluss fand die Veranstaltung durch eine Eucharistiefeier mit Prof. Nocke in der Krankenhauskapelle. Tenor dieser Feier war „Dank sagen“

Ein Literaturhinweis hierzu:

Franz-Josef Nocke, „Ja sagen zum Alter“- Impulse aus dem Glauben, Kösel, 2007

Margret Müller, Diözesanvorsitzende