Diakonischen Dienst für Frauen öffnen

KDFB feiert „Tag der Diakonin“

Di 26. Apr 2011
Monika Herkens
Köln, 26.4.2011 – Der Katholische Deutsche Frauenbund e. V. (KDFB) feiert am 29. April, dem Gedenktag der Heiligen Katharina von Siena, den „Tag der Diakonin“ und setzt sich damit weiterhin für die Zulassung von Frauen zum diakonischen Dienst in der Kirche ein.

Nach Auffassung des Frauenbundes ist der Diakonat der Frau Ausdruck für die Gleichrangigkeit und Gleichwertigkeit von Frauen und Männern beim Dienst in der Nachfolge Jesu. „Wir halten die Einbeziehung von Frauen in alle kirchlichen und diakonischen Strukturen für sinnvoll und notwendig und setzen uns deshalb für das Weiheamt der Diakonin ein“, stellt KDFB-Präsidentin Ingrid  Fischbach fest. Die geistlichen Begabungen von Frauen dürften nicht länger brach liegen, denn sie seien eine Bereicherung für eine missionarische, glaubwürdige und zukunftsweisende Kirche.

Mit Verweis auf das II. Vatikanum, die Würzburger Synode und den begonnenen Dialogprozess zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken fordert der KDFB die Verantwortlichen in der Kirche
auf, Frauen eine stärkere Teilhabe an allen Bereichen kirchlichen Lebens einzuräumen und ihnen den Zugang zum Diakonat zu öffnen. Dies gilt besonders für die Vielzahl jener Frauen, die in Gemeinden bereits verschiedene diakonische Aufgaben übernehmen und die so eine wesentliche Stütze der Kirche sind. „Engagierte Frauen lieben die Kirche, aber gleichzeitig leiden sie an ihr: an starren Strukturen, mangelnder Offenheit und fehlender Gleichberechtigung. Sie fühlen sich abgewertet und mit ihren Fähigkeiten und Kompetenzen nicht ernst genommen. Diese Diskriminierung ist verletzend“, so Ingrid Fischbach. Man könne nicht von der Gottesebenbildlichkeit eines jeden Menschen sprechen und gleichzeitig Frauen und Männer unterschiedlich behandeln, wenn es um die Verwirklichung ihrer Berufung zum diakonischen Dienst gehe.

Der Frauenbund ist überzeugt, dass Diakoninnen ein Zeichen für das partnerschaftliche Modell der Kirche wären, das die deutschen Bischöfe schon in ihrem Hirtenwort „Zur Stellung der Frau in Kirche und Gesellschaft“ 1981 beschrieben haben. Der Frauenbund appelliert daher an die Verantwortlichen, sich den Herausforderungen der Zeit zu stellen und endlich die Wege für eine Zulassung von Frauen zum sakramentalen Diakonat zu ebnen. „Frauen, die sich zum Diakonat berufen fühlen, werden dieses Amt mit einer großen Liebe zu den Menschen und zur Botschaft Jesu Christi gestalten. Und Frauen, die andere Frauen als Diakoninnen
erleben, könnten endlich auch ihre Lebenswirklichkeit in der Liturgie verkörpert sehen“, lautet die Einstellung des Frauenbundes, der den „Tag der Diakonin“ seit 1998 am 29. April feiert.
Ute Hücker
Pressereferentin

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 220.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Gesellschaft, Politik und Kirche ein.

Hintergrundinformationen: Katharina von Siena (1347 – 1380) war Mitglied im Dritten Orden der Dominikaner und kümmerte sich mit Hingabe um Alte, Kranke und Verstoßene. Sie war eine sehr gläubige, mystische und mutige Frau, die immer wieder öffentlich auf kirchliche, gesellschaftliche und politische Missstände hinwies und Kritik am Handeln der Verantwortlichen äußerte. Neben ihren sozialen und karitativen Tätigkeiten beriet sie Bischöfe, Päpste und Politiker und trat als Vermittlerin bei Friedensverhandlungen
auf. Ihr großes Ziel war die Erneuerung der Kirche. Im Jahr 1461 sprach Papst Pius II. sie heilig, Papst Paul IV. erhob sie 1970 zur Kirchenlehrerin und Papst Johannes Paul II. ernannte sie 1999 zur Schutzheiligen Europas.