Christliche Frauenverbände kritisieren Zulassung der PID

Bessere Rahmenbedingungen für Leben mit Krankheit und Behinderung erforderlich

Datum:
Do. 7. Juli 2011
Von:
Kath. Deutscher Frauenbund
Hannover/Düsseldorf/Köln, 7.7.2011 - Die drei größten christlichen Frauenverbände – Evangelische Frauen in Deutschland (EFiD), Katholischer Deutscher Frauenbund (KDFB) und Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – wertschätzen ausdrücklich die Ernsthaftigkeit, mit der im Bundestag um die Entscheidung zu den Rahmenbedingungen der Präimplantationsdiagnostik (PID) in Deutschland gerungen wurde. Die nun beschlossene begrenzte Zulassung der PID sehen sie allerdings mit Sorge. Sie befürchten, dass die ohnehin schon problematische Situation behinderter Menschen in Deutschland mittel- und langfristig noch schwieriger werden wird.

„Wir sehen bei einer Zulassung der PID die Gefahr, dass Menschen mit Behinderungen in unserer Gesellschaft noch mehr an den Rand gedrängt werden und dass der Druck auf Eltern steigt, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen.“, stellt EFiD-Vorsitzende Brunhilde Raiser fest. „Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass es ein Recht auf ein gesundes Kind gibt, ebenso wenig die Garantie darauf oder auch die Pflicht dazu.“

„Embryonen werden durch PID eindeutig einer Qualitätskontrolle unterzogen. Damit wird zwischen lebenswertem und vermeintlich lebensunwertem Leben unterschieden“, so Maria Theresia Opladen, Bundesvorsitzende der kfd. „Wir haben die Sorge, dass die jetzt beschlossenen Einschränkungen auf Dauer nicht bestehen bleiben und befürchten weitreichende gesellschaftliche Folgen.“
Und Birgit Mock, Bundesvorstandsmitglied des KDFB, betont: „Umso wichtiger ist es, dass in unserer Gesellschaft Menschen mit Behinderung eine gerechte Teilhabe ermöglicht wird und dass sie sich mit ihren Stärken und Potenzialen einbringen können. Der Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Konvention für Menschen mit Behinderung ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.“

Hintergrund:
Der Dachverband Evangelische Frauen in Deutschland e.V. (EFiD) ist die Stimme evangelischer Frauen in Kirche und Gesellschaft. Die EFiD fördert und unterstützt die Arbeit von und mit Frauen in kirchlichen Bezügen und ermutigt Frauen, in der heutigen Welt als Christinnen zu leben. Mit frauenspezifischer Kompetenz und Sicht setzt der Verband theologische, spirituelle, sozialdiakonische und politische Impulse. Zur EFiD gehören 40 Mitgliedsorganisationen mit insgesamt rund 3 Millionen Mitgliedern.

Weitere Informationen unter www.evangelischefrauen-deutschland.de.

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 220.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Gesellschaft, Politik und Kirche ein. www.frauenbund.de Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist mit rund 600.000 Mitgliedern der größte katholische Verband in der Bundesrepublik. Sie setzt sich für die Interessen von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft ein. Weitere Informationen unter www.kfd.de.